Bolivien —
ein Land voller Gegensätze.
Hochanden über 6.000 Meter, Tieflandsavanne, Salzseen, Amazonas. Rund 12 Millionen Menschen, viele indigene Sprachen, große soziale Unterschiede. Hier ein paar Grundlagen — damit unsere Berichte aus den Projekten besser einzuordnen sind.
Geographie
Bolivien liegt im mittleren Westen von Südamerika. Es wird durch Brasilien im Nord-Osten, durch Paraguay, Argentinien und Chile im Süden und durch Peru im Westen begrenzt. Die Hauptstadt ist Sucre, der Regierungssitz befindet sich jedoch in La Paz — auf 3000-4000 Metern Höhe der höchstgelegene Regierungssitz der Erde.
Das Land wird von zwei weit auseinander liegenden Ketten der Anden durchzogen, deren Höhe bis über 6500 m reicht. Zwischen den Anden liegt das bolivianische Hochland, das Altiplano. Auf circa 3000 Meter Höhe bleibt einem beim Treppensteigen schon mal schnell die Luft weg.
Inmitten des Altiplano liegt der Titicaca-See, einer der höchstgelegenen Seen der Erde. Eine der Attraktionen sind die künstlich errichteten Schilfinseln, die die ansässigen Bewohner aus dem massiven Schilfvorkommen erschaffen haben. Der Salar de Uyuni, mit 12.000 km² der größte Salzsee der Welt, ist ebenfalls eine große Sehenswürdigkeit Boliviens.
Bevölkerung & Sprachen.
Bolivien ist das einzige Land Südamerikas mit größtenteils indigener Bevölkerung. Etwa 70% gehören indigenen Gruppen an. Die größten vertretenen Gruppen stellen die Quechua mit ca. 30% und die Aymara mit ca. 25%. Neben Spanisch wird auch jeweils eine lokale indigene Sprache als Amtssprache anerkannt.
Geschichte im Überblick.
Im 15. Jahrhundert wurde das Gebiet des heutigen Boliviens Teil des Inka-Reiches. Als die Spanier im 16. Jahrhundert das Land eroberten, wurde es als reich an Silbervorkommen dem Vizekönigreich Peru angegliedert. Der Kampf um die Unabhängigkeit begann 1809; Bolivien wurde 1825 von Simón Bolívar befreit, der dem Land seinen Namen gab.
Im Salpeterkrieg (1879-1883) verlor Bolivien seinen Zugang zum Pazifik endgültig an Chile. Im Chacokrieg (1932-1935) verlor es darüber hinaus riesige Landesteile im Süden an Paraguay. 2005 wurde Evo Morales mit knapper absoluter Mehrheit zum Präsidenten gewählt — der erste indigene Präsident Boliviens überhaupt.
Bildung im Spannungsfeld.
Seit der Verfassungsreform 2009 ist Bildung formal gleichberechtigt und mehrsprachig. In der Praxis bedeutet das: Lehrkräfte sollten neben Spanisch auch eine indigene Sprache unterrichten. In der Realität wirkt das System aber an vielen Stellen unter starkem Druck — Gehälter sind niedrig, Materialien knapp, Schulwege oft mehrere Kilometer.
Genau hier setzen wir an — nicht als Ersatz für staatliche Strukturen, sondern als Ergänzung, wo das System Lücken hat. Mehr zu jedem Projekt finden Sie auf der Projektübersicht.
Interessantes & Wissenswertes.
- 60% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
- Nur etwas mehr als 7% der Straßen sind asphaltiert.
- Der Anbau von Koka-Blättern ist Hauptwirtschaftszweig und kulturell tief verwurzelt — Tee, Kau-Brauch, Höhentauglichkeit.
- Bolivien besitzt mit „El camino de la Muerte" die berüchtigste Bergstraße Südamerikas.
- Der Salar de Uyuni gilt als eines der weltweit größten Lithiumvorkommen.
Bolivien
im Vorbeiziehen.
Werbung in La Paz
Wasserbüffel im Salar de Uyuni
Todesstraße
Straße in Oruro
Schuhputzer in La Paz
Salzgewinnung am Salar de Uyuni
Salar de Uyuni und Umgebung
Salar de Uyuni
Puno und Umgebung
Obsthändler in Sucre
Minenberg in Potosi
Lamaherde in den Anden bei Sucre
La Paz mit Anden
Kakteeninsel im Salar de Uyuni
Kakteeninsel im Salar de Uyuni