Wie wir bereits im letzten Rundbrief berichtet haben, hat im Kinderheim Aldea Cristo Rey ein Trägerwechsel stattgefunden. Die Schwestern der Hl. Maria Magdalena Postel haben die Führung an die Augustiner-Padres übergeben. Wir haben diese einjährige Übergangszeit sorgfältig beo-bachtet. Die Anzahl der Kinder, die in dem Kinderheim wohnen, ist in der Zwischenzeit von rund 200 Kindern auf etwa 100 Kinder gesunken. In der Folge mussten natürlich auch Personal-maßnahmen getroffen werden. Es wurde Per-sonal entlassen, Gehälter wurden gekürzt. Viele der Kinder sind in ihre Familien oder zu ihren weit entfernten Angehörigen zurückgekehrt.

Wir sehen diese Entwicklung mit Sorge, gerade vor dem Hintergrund, dass viele Eltern im Ge-fängnis sitzen. Zu unserer Schneiderin Maria Eugenia und unserer Krankenschwester Liz ste-hen wir jedoch weiterhin. Uns ist es wichtig, dass die Kinder, die noch in der Aldea leben, sich weiterentwickeln und ihre Bezugspersonen möglichst lange behalten können. Nichtsdesto-trotz werden wir die Situation weiter beobachten und uns gegebenenfalls dazu entschließen, Gelder anderweitig zu investieren, wenn uns die Administration vor Ort nicht mehr zuverlässig erscheint. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Zu der in der Aldea von EC-Spendengeldern angestellten Schneiderin Maria Eugenia haben wir nach wie vor sehr guten Kontakt. Sie schrieb uns kürzlich von einer Ausstellung und dem Verkauf vielzähliger Näh- und Schneiderarbeiten, aber auch kleinem Kunstwerk, welches sie gemeinsam mit den Mädchen und Jungen der Aldea anfertigt. Daneben lernen die Kinder aber auch, Kleidung für ihren eigenen Bedarf anzufertigen oder zu reparieren. Letzteres ist besonders wichtig, wenn die SchülerInnen später auf eigenen Beinen stehen, aber nicht immer das Geld haben, um neue Kleidung zu kaufen.

Erstaunlicherweise sind es viele Jungen, die sich für die Schneider- und Nähkurse bei María Eugenia interessieren. Einige können sich auch vorstellen, das Handwerk später zu ihrem Beruf zu machen.

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